Die siebte Episode aus der Krimireihe „Mordkommission Istanbul“ gefällt dank ihrer bewährten Mischung aus spannender Ermittlungsarbeit und Humor. Doch Erol Sander als Kommissar Özakin vergeht auch das Lachen. Das Schicksal gefolterter Flüchtlinge geht ihm zu Herzen – und außerdem stellt eine überdrehte Freundin seiner Frau zu Hause alles auf den Kopf. Für Auflockerung sorgt Oscar Ortega Sanchez als Özakins Kollege, der über Tantra-Sex rätselt. Die Episodenrollen sind glänzend besetzt mit Fatih Dönmez, Tim Seyfi und Carolina Vera, bestens bekannt aus Tom Tykwers Romanverfilmung „Das Parfüm“. Regisseur Michael Kreindl zeigt nicht nur die schönen, sondern auch die – besonders für Flüchtlinge – schrecklichen Seiten Istanbuls.
Aus dem netten Abend, den Mehmet Özakin mit seiner Frau Sevim verbringen will, wird wieder einmal nichts. Der Kommissar muss zu einem Tatort, an dem der Schriftsteller und nebenberufliche Taxifahrer Tarik Önal erschossen wurde. Seinen letzten Fahrgast holte dieser von einem schummrigen Hotel ab, in dem Özakin und sein Kollege Mustafa Tombul einige Überraschungen erleben. Das Etablissement dient als Umschlagplatz für eine Schlepperbande, sein Besitzer ist kein anderer als Tarik Önals reicher Bruder Erdogan – der von diesen kriminellen Machenschaften angeblich nichts weiß. Auf dem Überwachungsvideo des Hotels entdeckt der Kommissar eine unbekannte Frau, die zu Tarik Önal ins Taxi stieg: Sie ist die Letzte, die ihn lebend sah, doch von ihr fehlt jede Spur. Umso überraschter ist der Kommissar, als er ihr Gesicht im Schaufenster einer Buchhandlung entdeckt. Es ist die iranische Schriftstellerin Nesrin Bahrami, die in ihrem Heimatland wegen regimekritischer Äußerungen verfolgt wird. Offenbar ist sie geflohen und in Erdogans Hotel untergetaucht. Auf der Suche nach ihr kommt Özakin einem iranischen Geheimagenten in die Quere, der nicht sehr zimperlich ist. Schlimmer ist jedoch, dass Sevims beste Freundin Buket sich nach einem Wasserschaden bei den Özakins einquartiert hat. Und die blockiert morgens eine Stunde lang das Badezimmer.
Einen weiteren Film der Reihe „Mordkommission Istanbul“ zeigt Das Erste am 12. August: „Rettet Tarlabasi“.
| Darsteller |
Rolle |
| Erol Sander |
Mehmet Özakin |
| Idil Üner |
Sevim Özakin |
| Oscar Ortega Sánchez |
Mustafa Tombul |
| Carolina Vera |
Nesrin |
| Tim Seyfi |
Erdogan Önal |
| Tayfun Bademsoy |
Adnan Mersinli |
| Metin Büktel |
Haydar Ucar |
| Liane Forestieri |
Aischa Önal |
| Erden Alkan |
Sercan Yilmaz |
| Demet Gül |
Buket |
| Fatih Dönmez |
Tarik Önal |
| Turgay Dogan |
Dr. Bulut |
| und andere |
|
Krimispezialist Thorsten Näter hat diesen spannenden Fall geschickt in die grandiose Kulisse der Südtiroler Landschaft eingebettet und kann mit Kameramann Achim Hasse und Drehbuchautor Jürgen Werner auf zwei erfahrene Profis zurückgreifen. In „Das fünfte Gebot“ müssen die Ermittler um Chiara Schoras als ebenso verzweifelte wie kämpferische „Frau Commissario“ nicht nur den Tod eines Mädchens aufklären, sondern auch eine Serie von Mafiamorden stoppen. Verstärkung bekommen sie durch Tobias Oertel, der als Capo Zanchetti zurückkehrt, und Floriane Daniel als unkonventionelle Gerichtsmedizinerin Heidi Grüner. In weiteren Rollen sind Xaver Hutter, Charleen Deetz, Lisa Kreuzer, Gabriel Raab, Hanspeter Müller-Drossaart, Heio von Stetten, Julia Stemberger, Roeland Wiesnekker, Thomas Sarbacher, Ulli Maier u.a. zu sehen:
Kaum hat sich die frühere Großstadt-Kommissarin Sonja Schwarz in der Südtiroler Weinregion etwas eingelebt, kommt es knüppeldick: Die Leiche eines vor zehn Jahren verschwundenen Mädchens taucht auf und ausgerechnet ihr Ehemann Thomas gerät unter Mordverdacht. Fest entschlossen, den Fall schonungslos aufzuklären, will sie trotz belastender Indizien dessen Unschuld beweisen. Doch dabei ist die kämpferische „Frau Commissario“ auf sich alleine gestellt. Denn nicht nur ihr Kollege Jonas Kerschbaumer, sondern auch der neue Vorgesetzte Matteo Zanchetti hält Thomas Schwarz für den Hauptverdächtigen. Mutig nimmt Sonja trotzdem den mächtigen Lokalpolitiker Stefan Keller ins Visier, der damals ebenfalls Kontakt zu dem Mädchen hatte. Ihre eigenmächtigen Ermittlungen und die Gefühle des Capos ihr gegenüber sorgen dafür, dass es in dem neu zusammengestellten Kripo-Team mächtig knirscht. Doch es bleibt nur wenig Zeit, um sich aufeinander einzuspielen, denn es gibt noch mehr zu tun: Die Mafia will eine verlorengegangene Drogenlieferung zurückhaben – und geht dabei über Leichen. Und das nur, weil der verzweifelte Gelegenheitsarbeiter Rainer Gruber geglaubt hat, mit einem zufälligen Fund von zwei Kilogramm Kokain das große Los gezogen zu haben. Statt endlich alle Geldsorgen loszuwerden, bringt er jedoch sich und andere in Gefahr – sogar die eigene Familie. Denn er und sein Komplize bieten die heiße Ware nichtsahnend ausgerechnet dem zwielichtigen Edelgastronomen Rossi zum Kauf an. Dieser unterhält jedoch beste Kontakte zur Mafia, die längst einen Profi zur Wiederbeschaffung losgeschickt hat.
| Darsteller |
Rolle |
| Chiara Schoras |
Sonja Schwarz |
| Tobias Oertel |
Matteo Zanchetti |
| Xaver Hutter |
Thomas Schwarz |
| Charleen Deetz |
Laura Schwarz |
| Lisa Kreuzer |
Katharina Matheiner |
| Gabriel Raab |
Jonas Kerschbaumer |
| Hanspeter Müller-Drossaart |
Peter Kerschbaumer |
| Floriane Daniel |
Heidi Grüner |
| Ulli Maier |
Martina Kronstadt |
| Kai Malina |
Ludwig Kerschbaumer |
| Roeland Wiesnekker |
Rainer Gruber |
| Robert Gallinowski |
Erich Dornbacher |
| Thomas Sarbacher |
Francesco Rossi |
| Heio von Stetten |
Stefan Keller |
| Julia Stemberger |
Charlotte Keller |
| Katja Bürkle |
Marita Gruber |
| Roberto Guerra |
Angelo Strasser |
| Alexander Mitterer |
Alois Brunner |
| Roland Bonjour |
Daniel Keller |
| Jan-Hinnerk Arnke |
Andreas Mayn |
| Giulia Demartis |
Evelin Kronstadt |
| Konrad Hochgruber |
Alfonso Batelli |
| Günther Götsch |
Kellner im Club |
| Peter Mitterrutzner |
Capo |
| Celine Stampfer |
Klara Gruber |
| und andere |
|
Meisterhaft beherrscht Regisseur Lasse Hallström die hohe Kunst, kulinarische Verlockungen auf die Kinoleinwand zu bringen. In „Madame Mallory und der Duft von Curry“ verbindet er die Haute Cuisine mit der indischen Küche. Für reichlich Würze sorgen die Rivalitäten zwischen einer Grande Dame und einem Patriarchen, grandios gespielt von Oscar-Preisträgerin Helen Mirren und der indischen Schauspiellegende Om Puri; zum Hinschmelzen die Romanze zwischen der aufstrebenden Frankokanadierin Charlotte Le Bon und dem US-Serienstar Manish Dayal. Ein wunderschönes Märchen zur Völkerverständigung – und ein köstlicher Filmgenuss:
Eine indische Großfamilie muss aus ihrer Heimat flüchten und strandet in einem idyllischen Dörfchen in Südfrankreich. Dort eröffnen die Kadams ein indisches Restaurant. Es gibt nur ein kleines Problem: Direkt gegenüber liegt das Sternerestaurant von Madame Mallory. Für Hassan Kadam aber erschließt sich eine neue kulinarische Welt. Er hat das Zeug zum genialen Koch und lernt durch Marguerite, die junge Sous-Chefin des Gourmet-Tempels, die Haute Cuisine kennen. In jeder freien Minute studiert Hassan nun ihre Rezepte und überrascht sie mit grandiosen Kreationen. Nicht nur deshalb findet Marguerite an ihm Gefallen. Wenig begeistert über die neuen Nachbarn zeigt sich ihre hochnäsige Chefin. Madame Mallory ist in Sorge, dass sich ihre verwöhnten Gäste aus besseren Kreisen an dem Curry-Geruch von gegenüber stören könnten. Um die ungeliebte Konkurrenz zu vertreiben, bricht sie einen Kleinkrieg vom Zaun. „Papa“, das Familienoberhaupt der Kadams, hält kämpferisch dagegen. Doch als das „Maison Mumbai“ Opfer eines fremdenfeindlichen Anschlages wird, zeigt Madame Mallory, dass sie nicht nur den patriotischen Wortlaut der Marseillaise kennt, sondern vor allem für den egalitären Geist der Grande Nation eintritt. In einem Strafgericht feuert sie den vermeintlichen Anstifter, ihren exzellenten Chefkoch. Jetzt kommt die Chance für Hassan, dessen Talent die strenge Madame längst erkannt hat. Unter ihren Fittichen lernt er die französische Kochkunst kennen, um sie schon bald zu verändern. Und festzustellen, dass Kochen doch nicht alles ist im Leben.
An der Seite von u.a. Ryan Reynolds, Daniel Brühl und Moritz Bleibtreu spielt Helen Mirren in „Die Frau in Gold“ eine österreichische Emigrantin, die um ihr von den Nationalsozialisten entwendetes Familienerbe kämpft. Das Erste setzt am 12. Juli mit diesen Film sein SommerKino fort.
| Darsteller |
Rolle |
| Helen Mirren |
Madame Mallory |
| Om Puri |
Papa |
| Manish Dayal |
Hassan |
| Charlotte Le Bon |
Marguerite |
| Michel Blanc |
Bürgermeister |
| Vincent Elbaz |
Paul |
| Juhi Chawla |
Mama |
| Amit Shah |
Mansur |
| Farzana Dua Elahe |
Mahira |
| Clément Sibony |
Jean-Pierre |
| Alban Aumard |
Marcel |
| und andere |
|
Philippe Claudel inszenierte dieses minimalistische Psychodrama nach eigenem Drehbuch und verlegte die Handlung in seinen Wohnort, die Provinzstadt Nancy. Mit seinem meisterlichen Debüt gelang dem Schriftsteller, der durch seinen Roman „Die grauen Seelen“ auch in Deutschland bekannt wurde, ein beispielhafter Schauspieler-Film: Kristin Scott Thomas’ sensationeller Auftritt, für den sie mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet wurde, zeigt sie als eine der besten Akteurinnen unserer Zeit. In vielen Nahaufnahmen wechselt sie zwischen stiller, aber nie Mitleid heischender Gequältheit, plötzlicher Gereiztheit und schroffer Distanz. Welch ein Ereignis, als sich auf die Lippen dieses trauernden Todesengels erstmals ein Lächeln schleicht. Aus dem schillernden Rätsel, das diese ungewöhnliche Frau umgibt, schöpft der Film eine Kraft, die man im Kino selten erlebt:
Nach 15 Jahren kommt die erschöpft und verhärmt wirkende Ärztin Juliette aus dem Gefängnis frei. Ihre jüngere Schwester Léa, die auf Druck der Eltern den Kontakt abgebrochen hatte, nimmt sie ohne große Umstände bei sich auf. Léas Familie mit den beiden Adoptivkindern und dem stummen Großvater, der seine Zeit mit Lesen verbringt, ist ein steter Wärmequell für die vorsichtig ins Leben zurückkehrende Juliette. Nur Léas Ehemann Luc ist zunächst sehr besorgt. Warum, erfährt der Zuschauer erst während Juliettes erster Bewerbung um einen Job: Als sie einem potenziellen Arbeitgeber gesteht, sie habe ihren sechsjährigen Sohn umgebracht, wirft er die Kindsmörderin entsetzt hinaus. Das Motiv für diesen Mord kennt aber nicht einmal ihre eigene Schwester. Nach und nach erst nähern sich die einst Unzertrennlichen wieder einander an. Bedrückt nimmt die Ältere dabei wahr, wie ihre Tat auch das ganze Leben der jüngeren Léa nachhaltig geprägt hat. Als Juliette einen Job als Sekretärin im Krankenhaus erhält, sucht sie sich eine eigene Wohnung. Im Café, bei Ausflügen und durch Freunde findet sie langsam in den Alltag zurück. Doch erst nachdem Léa durch Zufall der Wahrheit auf die Spur kommt, wird ihr das Ausmaß der Tragödie klar, die ihre Schwester durchlebt.
| Darsteller |
Rolle |
| Kristin Scott Thomas |
Juliette |
| Elsa Zylberstein |
Léa |
| Serge Hazanavicius |
Luc |
| Laurent Grévill |
Michel |
| Frédéric Pierrot |
Fauré |
| Lise Ségur |
P’tit Lys |
| Jean-Claude Arnaud |
Papy Paul |
| Mouss Zouheyri |
Samir |
| Souad Mouchrik |
Kaisha |
| Catherine Hosmalin |
Bewährungshelferin |
| Claire Johnston |
Mutter von Juliette und Léa |
| Olivier Cruvellier |
Gérard |
| Lily-Rose |
Emélia |
| und andere |
|
Wenn dichte Nebelschwaden über den Harz wehen und auf dem Berggipfel Hexen ums Feuer tanzen, dann schlägt die Stunde von Frank Koops – einem harten Brocken mit weichem Kern. Aljoscha Stadelmann glänzt als eigenbrötlerischer Kommissar, der kleine Figuren aus Speckstein schnitzt, oft unterschätzt wird, jedoch die geheimen Zeichen des Brocken zu deuten versteht und deswegen die Oberhand behält. Auch die weiteren Hauptrollen in diesem mystisch angehauchten „Heimat-Krimi“ sind glänzend besetzt mit Julia Koschitz, Christoph Bach, Anna Schudt, Hinnerk Schönemann und Godehard Giese. Regisseur Stephan Wagner und Buchautor Holger Karsten Schmidt, für „Mord in Eberswalde“ mit dem Adolf-Grimme-Preis geehrt, gelingt einmal mehr ein etwas anderer Krimi, der in die besondere Atmosphäre und die Stimmung im Harz eingebettet ist:
Zum Nachdenken bleibt keine Zeit. Vanessa Riemann, Fremdenführerin und Schützenkönigin aus St. Andreasberg, sieht das viele Geld im Rucksack der beiden Wanderer und greift zu. Auf ihrer halsbrecherischen Flucht durchs Unterholz kann sie die Verfolger abschütteln, wird aber angeschossen und verblutet kurz darauf in den Armen ihres Bruders Marco . In ihrem Rucksack findet dieser 1,4 Millionen Euro – die Beute aus einem Banküberfall. Der Geldsegen kommt wie gerufen, denn Marco und sein Bruder Patrick sind hoch verschuldet. Doch plötzlich tauchen Thomas und Nicola auf ihrem Hof auf, die sich als Investoren aus der Tourismusbranche ausgeben. Aber kaufen ihnen die beiden Brüder das auch ab? Während die vier sich gegenseitig belauern, nimmt Frank Koops die Ermittlungen auf. Für den oft belächelten Provinzkommissar, der mit der Waffe ein Scheunentor nicht einmal auf einen Meter Entfernung treffen würde, ist es das erste Tötungsdelikt. Die Unterstützung der erfahrenen LKA-Beamtin Miriam Nohe , die ihre Durchreise wegen eines Erdrutsches unterbrechen muss, nimmt Koops daher gerne in Anspruch. Im Handumdrehen wickelt die attraktive Polizistin ihn um den Finger – zwar macht Liebe bekanntlich blind. Doch Koops öffnet sie die Augen für den vertrackten Fall, in dem die Zeichen des Brocken, die Walpurgisnacht und moderne Technik eine Schlüsselrolle spielen.
| Darsteller |
Rolle |
| Aljoscha Stadelmann |
Frank Koops |
| Julia Koschitz |
Miriam Nohe |
| Hinnerk Schönemann |
Patrick Riemann |
| Christoph Bach |
Thomas Bartkowiak |
| Anna Schudt |
Nicola Zimmermann |
| Godehard Giese |
Marco Riemann |
| Anna Drexler |
Vanessa Riemann |
| Moritz Führmann |
Heiner |
| Matthias Buss |
Dr. Vogt |
| Rudolf Schwarz |
Jürgen Fichte |
| Doreen Nixdorf |
Iris Fichte |
| Henning Peker |
Vermieter |
| und andere |
|
Das Thema „Behinderung“ ist inzwischen weitestgehend in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen. Sich diesem sensiblen Sujet vorurteilsfrei und ohne Berührungsängste zu widmen und es ins Zentrum einer ebenso unterhaltsamen wie dramatischen, aber auch überraschenden Liebesgeschichte zu stellen, dieses Wagnis nimmt die von Tomy Wigand einfühlsam inszenierte Tragikomödie auf sich – und überquert ganz locker-leicht die selbst gesteckte Ziellinie. Vor allem gelingt es auch den beiden Hauptdarstellern Aglaia Szyszkowitz und Roeland Wiesnekker, die ungewöhnliche, zu Herzen gehende Entwicklung ihrer eigentlich so disparaten Figuren dem Zuschauer glaubhaft nahezubringen.
Sophie Brand hat als alleinerziehende Mutter alles bestens im Griff – glaubt sie jedenfalls. Doch ihr kleiner Sohn Linus und ihre pubertierende Tochter Laura sehen das ganz anders. Denn neben dem Haushalt muss sie auch noch zwei Jobs wuppen: Zweimal in der Woche räumt sie im Supermarkt die Regale ein, zudem arbeitet sie im Edelrestaurant von Jacques, der zielstrebig auf eine gemeinsame Zukunft hinarbeitet. Sich in all dieser selbstgemachten Hektik auch noch um reguläre Parkplätze zu kümmern, ist da zu viel verlangt. So landet Sophie wegen eines Berges unbezahlter Strafzettel vor Gericht. Das Urteil: 300 Sozialstunden in einer stationären Pflegeeinrichtung für Behinderte. Der Richter höchstpersönlich empfiehlt ihr das Pflegeheim „Haus am Park“, wo ein ganz besonderer Patient auf die temperamentvolle Parksünderin wartet: sein eigener Bruder Georg, seit einem schweren Autoanfall an den Rollstuhl gefesselt. Dieser ist im Heim für seine Wutausbrüche und sein abweisendes Verhalten berüchtigt. Auch Sophie bekommt bei ihrem Antrittsbesuch eine erste Kostprobe von Georgs aggressiver Verbitterung. Genervt beginnt sie, ihre Pflichtstunden zu absolvieren und sich von Georgs beleidigendem Zynismus nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Als der es jedoch zu weit treibt, gibt sie dem Provokateur klar zu verstehen, dass er eine Grenze überschritten hat. Eine Reaktion, die Georg beeindruckt, denn das Letzte, was er in seiner Situation braucht, sind Mitleid und geheucheltes Verständnis. So öffnet er sich endlich und lässt seine neue „Betreuerin“ an sich heran. Aus langsam wachsender Freundschaft wird tiefe Zuneigung. Sophie entdeckt seine sensible Seele voller persönlicher Schuldgefühle. Sie erfährt auch, dass es sich bei ihrem faszinierenden Gegenüber um einen ehemaligen Triathlon-Profi handelt. Um ihn zu neuem Lebensmut zu motivieren, schlägt sie ihm die Teilnahme am Hamburger Stadtmarathon vor. Nur durch gemeinsames Training und einen sehr persönlichen Wetteinsatz lässt sich Georg darauf ein: Wenn er gewinnt, dann bekommt er sie! Eigentlich hatte sich Sophie gerade dafür entschieden, zu Jacques zu ziehen, um endlich Ruhe in ihr Leben zu bringen. Doch nun weiß sie nicht mehr, wohin mit ihren Gefühlen.
| Darsteller |
Rolle |
| Aglaia Szyszkowitz |
Sophie |
| Roeland Wiesnekker |
Georg |
| Martin Rapold |
Jacques |
| Arsseni Bultmann |
Linus |
| Emilie Neumeister |
Laura |
| Eva Löbau |
Frau Marold |
| Annika Kuhl |
Barbara |
| Felix Vörtler |
Richter Mair |
| Patrick Schorn |
Martin |
| Enno Kalisch |
Dr. Hesselmann |
| Michael Schönborn |
Herr Siebert |
| und andere |
|
Voller Leichtigkeit und Feingefühl erzählt Éric Besnard in „Birnenkuchen mit Lavendel“ die Geschichte einer ungewöhnlichen Romanze. Garniert mit traumhaft schönen Bildern der sonnendurchfluteten Provence, spielen die beliebte Schauspielerin Virginie Efira und Benjamin Lavernhe, Mitglied der Comédie-Française, zwei ganz besondere Menschen, die sich auf märchenhafte Weise vorsichtig näherkommen. Ein kitschfreier Wohlfühlfilm, der in eine Welt voller kleiner Wunder einführt. In den deutschen Kinos begeisterte die zauberhafte Liebeskomödie 680.000 Zuschauer.
Die französische Obstbäuerin Louise Legrand lebt in einem Paradies mit traumhaften Lavendelfeldern und prächtigen Birnenbäumen. Doch sie kann die malerische Schönheit der Provence nicht genießen. Ganz alleine muss die junge Witwe ihre beiden Kinder erziehen und den Hof bewirtschaften. Als die Bank ihr den Kredithahn zudrehen will, steht Louise vor dem Aus. Ausgerechnet jetzt tritt der geheimnisvolle Pierre auf ungewöhnliche Weise in ihr Leben: Er läuft ihr eines Abends vors Auto. Um seine Schrammen zu versorgen, nimmt sie den jungen Mann mit nach Hause. Zu ihrem Erstaunen beginnt der Gast, sich wie selbstverständlich im Haus zu bewegen. Seltsamerweise schließen ihn die pubertierende Emma und der kleine Félix, die Louises Verehrer Paul vehement ablehnen, schnell ins Herz. Und das, obwohl Pierre einen übertriebenen Ordnungssinn hat, äußerst direkt sein kann und niemanden an sich heranlässt. Von Jules, in dessen Antiquariat Pierre lebt, erfährt Louise, dass ihr neuer Bekannter Asperger-Patient ist. Und auch er hat ernste Probleme.
| Darsteller*in |
Rolle |
| Virginie Efira |
Louise |
| Benjamin Lavernhe |
Pierre |
| Hiam Abbass |
Mélanie Ferenza |
| Hervé Pierre |
Jules |
| Laurent Bateau |
Paul |
| Lucie Fagedet |
Emma |
| Léo Lorléac’h |
Félix |
| und andere |
|
Königin Elisabeth II. rehabilitierte 2013 mit einem längst überfälligen „Royal Pardon“ den Computer- und Informatikpionier Alan Turing, der in den 1950er Jahren wegen seiner Homosexualität verurteilt wurde und unter ungeklärten Umständen ums Leben kam. Turings jahrzehntelang verschwiegenen Verdienste im Zweiten Weltkrieg verarbeitete Morten Tyldum in „The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben“ zu einem hochspannenden Drama. „Sherlock“-Darsteller Benedict Cumberbatch in der Hauptrolle und Keira Knightley als seine Vertraute spielen zwei Seelenverwandte, die darunter leiden, ihrer Zeit voraus zu sein. „The Imitaion Game – Ein streng geheimes Leben“ war für acht Oscars nominiert, unter anderem für die Beste Regie, den Besten Hauptdarsteller, die Beste Nebendarstellerin und als Bester Film. Eine Auszeichnung erhielt er für das Drehbuch, das auf der von Andrew Hodges verfassten Biographie über das außergewöhnliche Mathematik-Genie Alan Turing basiert:
Der brillante Mathematikprofessor Alan Turing sucht im Zweiten Weltkrieg eine besondere Herausforderung: Er möchte die deutsche Chiffriermaschine Enigma knacken. Im Gegensatz zu den anderen Spezialisten, die das britische Militär in der Spionagezentrale Bletchley Park dafür zusammenbringt, will es Turing ganz alleine schaffen. Sein Egoismus macht ihn von Beginn an zu einem Außenseiter im Team. Am liebsten möchten die anderen den Einzelgänger loswerden, der von einer ungewöhnlichen Idee besessen ist: Er will eine neuartige Rechenmaschine entwickeln, die das Rätsel der deutschen Verschlüsselung auf mathematischer Basis lösen kann. Wenn das gelingt, haben die Briten im Krieg mit Nazi-Deutschland heimlich einen Trumpf in der Hand. Als das wichtige Geheimprojekt stagniert, fällt Premierminister Churchill eine überraschende Entscheidung: Er überträgt die Teamleitung ausgerechnet dem verhassten Außenseiter. Vertrauen kann Turing nur einer neuen Mitarbeiterin, der hochbegabten Joan Clarke. Während sie über die Arbeit hinaus seine Nähe sucht, bleibt er auch bei ihr eisig auf Distanz. Es gibt nämlich ein Geheimnis, das Turing antreibt und zugleich seine Schwachstelle ist.
| Darsteller |
Rolle |
| Benedict Cumberbatch |
Alan Turing |
| Keira Knightley |
Joan Clarke |
| Matthew Goode |
Hugh Alexander |
| Rory Kinnear |
Detektiv Robert Nock |
| Allen Leech |
John Cairncross |
| Matthew Beard |
Peter Hilton |
| Charles Dance |
Kommandant Denniston |
| Mark Strong |
Stewart Menzies |
| James Northcote |
Jack Good |
| Tom Goodman Hill |
Wachmeister Staehl |
| Steven Waddington |
Kommisar Smith |
| Ilan Goodman |
Keith Furman |
| Jack Tarlton |
Charles Richards |
| Alex Lawther |
junger Alan Turing |
| und andere |
|
Kaspar Heidelbachs „Berlin ´36″ basiert auf der wahren Geschichte der jüdischen Hochspringerin Gretel Bergmann, die bei den Olympischen Sommerspielen 1936 in Berlin als Favoritin für die Goldmedaille galt. Um einen möglichen Sieg Bergmanns jedoch zu verhindern, schickten die Nationalsozialisten Marie Ketteler, in Wahrheit ein Mann, als Konkurrentin gegen sie ins Rennen.
Berlin 1936: Die Amerikaner drohen, die Olympischen Spiele zu boykottieren, sollten im deutschen Olympia-Kader keine jüdischen Sportler vertreten sein. Aus diesem Grund wird die Jüdin Gretel Bergmann, die überragende Hochspringerin dieser Zeit, in das deutsche Trainingslager aufgenommen. In den Augen der Nazis darf Gretel aber auf keinen Fall gewinnen: Der Reichssportführer schickt gegen Gretel die bis dahin unbekannte „Konkurrentin“ Marie Ketteler ins Rennen um die Olympia-Qualifikation – sie soll Gretel übertreffen. Doch die Nationalsozialisten haben nicht damit gerechnet, dass sich die beiden Außenseiterinnen und vermeintlichen Konkurrentinnen nach anfänglichen Problemen anfreunden. Am Ende muss sich zeigen, ob die beiden gemeinsam gegen die Intrige der Nazis ankämpfen oder ob der sportliche Ehrgeiz überwiegt.
| Darsteller |
Rolle |
| Karoline Herfurth |
Gretel Bergmann |
| Sebastian Urzendowsky |
Marie Ketteler |
| Axel Prahl |
Hans Waldmann |
| Robert Gallinowski |
Sigfrid Kulmbach |
| Thomas Thieme |
Hans von Tschammer und Osten |
| Johann von Bülow |
Karl Ritter von Halt |
| August Zirner |
Edwin Bergmann |
| Maria Happel |
Paula Bergmann |
| Franz Dinda |
Rudolph Bergmann |
| Leon Seidel |
Walter Bergmann |
| Marita Breuer |
Eleonore Ketteler |
| Rosa de van Loo |
Emma Ketteler |
| Otto Tausig |
Leo Löwenstein |
| Elena Uhlig |
Frau Vogel |
| und andere |
|
Zum sechsten Mal schlüpft Publikumsliebling Erol Sander in die Rolle des sympathischen Bosporus-Kommissars. Diesmal muss er nicht nur einen schwierigen Fall lösen, sondern auch noch einen deutschen Referendar ertragen, den seine Frau Sevim zu Hause einquartiert. Neben Idil Üner als Özakins Frau sammelt Oscar Ortega Sánchez als mutterfixierter Assistent des Kommissars weitere Erfahrungen in Sachen Liebe. Zur glänzenden Besetzung des spannenden Krimis zählen außerdem Deniz Kara sowie Özlem Sagdic und Erhan Emre als eiskalte Racheengel. Unterhaltungsspezialist Michael Kreindl verfilmte das Drehbuch von Mathias Klaschka nach Figuren der Krimiautorin Hülya Özkan. Gedreht wurde im faszinierend schönen Istanbul:
In Istanbul wird der Bauunternehmer Baha Güngür ermordet aufgefunden. Der Mann hatte erbitterte Feinde, weil er für die Errichtung eines Einkaufzentrums die Häuser zahlreicher Anwohner abreißen ließ. Ist einer von ihnen der Mörder? Kommissar Özakin nimmt die Ermittlungen auf und muss überrascht feststellen, dass Güngürs ambitioniertes Großprojekt kürzlich gestoppt werden musste, nachdem Arbeiter beim Ausheben der Baugrube auf einen archäologischen Sensationsfund stießen. Die Ausgrabungen werden geleitet von Dr. Hilmi Soner, der offenbar mehr weiß, als er sagt. Schon bald findet Özakin heraus, dass der Archäologe mit dem ermordeten Baulöwen in dubiose Geschäfte verstrickt war. Der Kommissar würde Dr. Soner dazu gerne befragen, doch dieser wird nach einem Unfall schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert und dort von einem Unbekannten ermordet. Die schwierigen Ermittlungen scheinen im Sande zu verlaufen, erst ein Foto aus alten Armeezeiten führt Özakin auf eine heiße Spur. Das Bild zeigt Güngür und Soner zusammen mit einem dritten Mann, dem exzentrischen Popstar Tolga Turan. Die drei Freunde absolvierten gemeinsam ihren Militärdienst, den sie am selben Tag quittierten. Seither teilten sie ein tödliches Geheimnis.
| Darsteller |
Rolle |
| Erol Sander |
Mehmet Özakin |
| Idil Üner |
Sevim Özakin |
| Oscar Ortega Sánchez |
Mustafa Tombul |
| Navid Navid |
Tolga Turan |
| Erhan Emre |
Ender Akgül |
| Özlem Sagdic |
Nilay |
| Martin Kiefer |
Rico |
| Erden Alkan |
Sercan Yilmaz |
| Deniz Kara |
Dr. Hilmi Soner |
| Turgay Dogan |
Dr. Bulut |
| Silay Ünal |
Aylin |
| Orbay Sayu |
Münir |
| Onur Dikmen |
Baha Güngür |
| und andere |
|
In „Eins ist nicht von dir“ wechselt der mehrfach preisgekrönte Schauspieler Michael Gwisdek glaubwürdig zwischen gefeiertem Piloten und Lebemann zu Stinkstiefel und schließlich sich selbst hinterfragendem Witwer und Vater. Die messerscharfen und lebensklugen Dialoge von Lo Malinke und Philipp Müller verleihen der Komödie Brisanz. Die elegante Regie Udo Wittes, der jazzige Soundtrack und das Spiel der hochkarätigen Kollegen machen den Film zu einem echten TV-Ereignis:
So hatte sich Flugkapitän Uli Becker das nicht vorgestellt: Kaum im Ruhestand, stirbt seine Frau Heide und lässt ihren untreuen Gatten mit den letzten Worten „eins ist nicht von dir“ zurück. Ein Satz, der den Frauenhelden trifft wie ein Blitz aus heiterem Himmel und ihn in quälende Ungewissheit stürzt. Fortan treibt ihn die Frage, wer der Nebenbuhler war und welches seiner drei Kinder das Kuckucksei sein könnte. Noch dazu erscheint ihm permanent seine verstorbene Gattin als personifiziert schlechtes Gewissen, um seine Verunsicherung weiter zu steigern. Schon auf Heides Beerdigung kommt er nicht umhin, hinter jedem der kondolierenden Herren seinen einstigen Konkurrenten zu vermuten und seine erwachsenen Kinder nach familienuntypischen Merkmalen zu beäugen. Zugegeben, viel über seine Kinder weiß er eigentlich nicht, dafür war die Zeit für den umtriebigen Piloten zu knapp. Also macht er sich nach Tagen voller Unruhe mit seiner Dogge Walter und DNA-Teststäbchen auf zu ihnen, um der Sache auf den Grund zu gehen. Bei Sohn Thomas glaubt Uli noch kurz vor
dessen Hochzeit mit Jessica offensichtliche Fremdgeh-Tendenzen zu entdecken. Das scheint immerhin für einen gewissen Grad von Verwandschaft zu sprechen. Für alle Fälle nimmt Uli aber dennoch heimlich dessen Speichelprobe. Ein abendlicher Ausflug auf die Reeperbahn, wo die alternde Hure Rita ihn an die Vergänglichkeit seiner Liebesabenteuer erinnert, bereitet Uli kaum auf das vor, was ihn dann in der Villa seiner Tochter Bettina erwartet. Die hat sich neben ihrem lieblosen Karriereehemann jede Menge Kummerspeck angefuttert. Die pubertierende Tochter tanzt ihr auf der Nase herum. Wenigstens kann Uli bei Bettina ein gewisses Maß an Widerspruchsgeist wecken, bevor er mit seiner DNA-Probe weiterreist. Ulis Ansichten zur traditionellen Rolle des Mannes sind bei seinem Sohn Christian herzlich unerwünscht. Christian ist Vater und Hausmann, während seine Frau an der Arztkarriere bastelt. Unmöglich findet Uli das und fliegt in hohem Bogen raus. Es braucht noch einen Zusammenstoß mit einem Konkurrenten, einen Fast-Unfall von Hund Walter mit einem Auto und eine Schnitzeljagd nach der entlaufenen Braut, bis Uli seine Lektion lernt. Gerade hat auch der Rest der Familie ein Einsehen mit dem Papa – da kommt Post: Die Vaterschaftstests treffen pünktlich zur Hochzeit ein.
| Darsteller |
Rolle |
| Michael Gwisdek |
Uli |
| Barbara Schöne |
Heide |
| David Rott |
Thomas |
| Karolina Lodyga |
Jessica |
| Petra Kleinert |
Bettina |
| Stephan Grossmann |
Folke |
| Minna Markert |
Karoline |
| Andreas Guenther |
Christian |
| Astrid Kohrs |
Sylvie |
| Joachim Bliese |
Raimund |
| Ursela Monn |
Rita |
| Sylta Fee Wegmann |
Gaby |
| Ursula Karusseit |
Renate |
| Swetlana Schönfeld |
Frau Roschek |
| Franz Hagn |
Willi |
| und andere |
|
Nach den populären Zeitungs-Cartoons von Posy Simmonds wirft der britische Meisterregisseur Stephen Frears in „Immer Drama um Tamara“ einen bissigen Blick auf vermeintlich heiles Landleben, das durch erotisch aufgeladenes Gefühlschaos und gefährliche Lügengespinste gründlich aus den Fugen gerät. Mit jeder Menge Situationskomik und erfrischender Bereitschaft zu schamlosem Humor treibt Frears sein erstklassiges Darstellerensemble an den Rand diverser Nervenzusammenbrüche und zielt dabei, sehr zur Freude des Publikums, gekonnt auf die Lachmuskeln. In der Hauptrolle kann die ebenso gut aussehende wie talentierte Gemma Arterton erneut unter Beweis stellen, dass eine Schauspielkarriere nach dem Job als Bond-Girl durchaus möglich ist:
In Ewedown, einem Dorf in der nordenglischen Grafschaft Dorset, geht das Leben idyllisch zu – oder todlangweilig, wenn man die beiden Teenager-Girls Jody und Casey fragt, die sich ihre Langeweile mit kindlichen Streichen vertreiben. Nur das Schriftsteller-Refugium des renommierten Kriminalautors Nicholas Hardiment und seiner fleißigen, treuen Ehefrau Beth bringt ein wenig Leben in die Beschaulichkeit: Auf dem Landgut des selbstsüchtigen Literaturgockels quartieren sich regelmäßig angehende Schriftsteller ein, um in provinzieller Abgeschiedenheit an kommenden Werken zu arbeiten. So auch der Amerikaner Glen McCreavy, dessen Ambition es ist, eine Biografie über Thomas Hardy zu verfassen. Doch als unerwartet Tamara Drewe aus London in ihren Heimatort Ewedown zurückkehrt, um das Haus ihrer Mutter zu verkaufen, ist es mit der Ruhe schlagartig vorbei: Das einstige hässliche Entlein hat sich zu einer äußerst attraktiven Journalistin entwickelt, was auch ihrem ehemaligen Jugendfreund Andy Cobb nicht verborgen bleibt, der bei den Hardiments als Gärtner und Vorarbeiter angestellt ist. Als sie sich dann auch noch auf eine Affäre mit dem eitlen Boyband-Sänger Ben Sergeant einlässt, der vorübergehend bei ihr einzieht, haben sogar Casey und – vor allem – Jody Grund zur Aufregung: Beide sind heimlich in den Musiker verliebt. Tamaras amouröse Vergnügungen sorgen schnell für Gesprächsstoff im dörflichen Miteinander: Andy kann seine Eifersucht nicht verbergen, und auch Nicholas, der Beth regelmäßig mit jüngeren Frauen betrügt, hat längst ein Auge auf die hübsche Heimkehrerin geworfen, die er noch als burschikose Heranwachsende kennt. Als Jody dann unter Tamaras Namen eine anzügliche E-Mail in Umlauf bringt, um sich bei ihrem Schwarm Ben interessant zu machen, geraten die Dinge vollends außer Kontrolle. Das muntere Karussell aus Sex, Lügen und Verführungen droht Ewedown in ein intrigantes Tollhaus zu verwandeln.
| Darsteller |
Rolle |
| Gemma Arterton |
Tamara Drewe |
| Roger Allam |
Nicholas Hardiment |
| Bill Camp |
Glen McCreavy |
| Dominic Cooper |
Ben Sergeant |
| Luke Evans |
Andy Cobb |
| Tamsin Greig |
Beth Hardiment |
| Jessica Barden |
Jody Long |
| Charlotte Christie |
Casey Shaw |
| und andere |
|
Hart, aber herzlich und stets humorvoll, das ist der Ton der Verfilmung des gleichnamigen Bestsellerromans von Rita Falk. Mit bayerisch frotzelnder Lakonie und kauzig-gemütlich ermittelt Franz Eberhofer – der in Sebastian Bezzel seine Idealbesetzung gefunden hat – in seinem Heimatort, einem bayerischen Provinznest, in das sich bislang kein größeres Verbrechen verirrt hat. Ihm zur Seite steht ein bis in jede Nebenrolle handverlesenes Ensemble: Simon Schwarz, Lisa Maria Potthoff, Ilse Neubauer, Eisi Gulp, Nina Proll, Ernst Hannawald, Nadeshda Brennicke, Sigi Zimmerschied u.v.a.
Nachdem Franz Eberhofer seinen Dienst bei der Münchner Kripo quittieren musste und in sein niederbayerisches Heimatdorf Niederkaltenkirchen bei Landshut strafversetzt wurde, schiebt er eine ruhige Kugel. Seine Streifengänge führen ihn oft zum Stammtisch beim Wolfi auf ein Bier zusammen mit seinen Kumpels, dem Metzger Simmerl und dem Heizungspfuscher Flötzinger. Oder an den Esstisch seiner schwerhörigen Großmutter, die für Franz das beste Essen in Niederbayern kocht und den Mehrgenerationenmännerhaushalt, bestehend aus Franz und seinem Beatles-fanatischen Vater, fest im Griff hat, seit Franz‘ Mutter vor Jahren abgehauen ist. Leider ist auch sein Bruder Leopold mit seiner thailändischen Frau und Baby Uschi für Franz‘ Geschmack viel zu häufig zu Gast, aber ansonsten ist er mit seiner Welt weitgehend im Einklang, es sei denn, seine Dauerfreundin Susi wird unbequem und drängt auf einen Antrag von ihm oder sucht sich gleich einen Neuen. Doch normalerweise stört außer den Beatles und der Sippschaft seines ungeliebten Bruders nichts Franz‘ Ruhe. Das Leben im heimeligen Niederkaltenkirchen ist beschaulich – bis sich die Ereignisse überschlagen: An der Hauswand des Schuldirektors Höpfl steht plötzlich „Stirb Du Sau!“ und kurz darauf liegt der Rektor tot auf den Bahngleisen!
Selbstmord? Mord? Dass der Rektor einer der unbeliebtesten Menschen in Niederkaltenkirchen und im ganzen Umkreis war, ist schnell ermittelt. Nicht nur Höpfls Schwester mied den Kontakt zu ihm, auch die gesamte Schülerschaft war ihm feindlich gesinnt. Das macht es natürlich nicht leichter, denn dadurch ist die Liste der Verdächtigen erst einmal ziemlich lang.
Während die Kripo und Franz‘ Dienststellenleiter Moratschek aufgrund zahlreicher Indizien recht bald von Selbstmord Höpfls ausgehen, glaubt Franz, der plötzlich merkt, dass mehr Ermittlerleidenschaft in ihm schlummert, als in seinem Job in Niederkaltenkirchen üblicherweise gefordert ist, an Mord.
Und genauso denkt auch Franz‘ früherer Kripokollege aus München, mit dem er einst ein Ermittlerteam bildete: Rudi Birkenberger, der sein Dasein mittlerweile aber als Kaufhausdetektiv fristet, nachdem er damals gemeinsam mit Franz vom Dienst bei der Kripo suspendiert worden war, weil er im Affekt auf einen Kinderschänder geschossen hatte. Anders als bei Franz ist Rudis Suspendierung jedoch dauerhaft.
Rudi ist mehr als froh, als Franz sich bei ihm meldet und ihn in seine nicht ganz amtlichen Ermittlungen einbezieht. Dass Franz dabei seine eigentlichen Aufgaben vernachlässigt, nämlich sich um Veranstaltungsschutz und Verkehrssünder zu kümmern oder nervige Nachbarschaftsstreitereien zu schlichten, bleibt seinem Chef Moratschek nicht lange verborgen. Doch dann taucht eine zweite Leiche auf, der junge Junkie Marcel. Die Eltern des Toten kennt Franz von früher: Bruno war vor fast 20 Jahren spurlos aus Niederkaltenkirchen abgehauen, als seine Freundin Angie schwanger war, und ist vor Kurzem überraschend wieder zurückgekehrt. Der Fall wird noch komplizierter, als sich herausstellt, dass Marcel anscheinend mit Höpfl in Verbindung gestanden hat.
| Darsteller |
Rolle |
| Sebastian Bezzel |
Franz Eberhofer |
| Simon Schwarz |
Rudi Birkenberger |
| Ilse Neubauer |
Oma |
| Eisi Gulp |
Vater |
| Lisa Maria Potthoff |
Susi |
| Gerhard Wittmann |
Leopold |
| Chi Le |
Panida |
| Stephan Zinner |
Simmerl |
| Ferdinand Hofer |
Max Simmerl |
| Daniel Christensen |
Flötzinger |
| Max Schmidt |
Wolfi |
| Sigi Zimmerschied |
Moratschek |
| Thomas Kügel |
Bürgermeister |
| Robert Palfrader |
Höpfl |
| Nina Proll |
Sophie Höpfl |
| Ernst Hannawald |
Bruno |
| Nadeshda Brennicke |
Angie |
| Castro Dokyi Affum |
Buengo |
| Frederic Linkemann |
Kurt |
| Maria Hofstätter |
Frau Beischl |
| und andere |
|
Auf einer Farm in Südafrika führen Hanna und Helmut mit ihren Kindern und ihrer Haushälterin Desi ein scheinbar glückliches Leben inmitten der Natur. Doch seit dem tragischen Unfalltod des ältesten Sohnes liegt ein Schatten über dem Idyll. Vor allem Hanna klammert sich an die Erinnerungen und fürchtet, mit Überwindung der Trauer auch ihren Sohn zu vergessen. Helmut hingegen verdrängt seinen Schmerz, indem er sich in die Arbeit an seinem Geparden-Projekt stürzt. Auch die Töchter Mia und Klara leiden unter dem Verlust des Bruders – mehr noch belastet sie aber die unendliche Trauer ihrer Eltern. Durch die Mitarbeit an einem Resozialisierungsprojekt für straffällige Jugendliche will Hanna ihrem Leben eine neue Perspektive geben: Die Familie nimmt den 17-jährigen Kai bei sich auf, der aus einer deutschen Jugendhaftanstalt nach Südafrika geschickt wurde. Hier soll er im Rahmen eines offenen Vollzugs schrittweise lernen, sich in eine Gemeinschaft zu integrieren. Allerdings zeigt der rebellische Jugendliche keinerlei Interesse an einem harmonischen Familienleben, im Gegenteil: Kai lässt keine Gelegenheit aus, um seine Mitmenschen zu provozieren. Dabei macht er auch vor dem Andenken an den verstorbenen Sohn nicht halt. Obwohl sich hinter der aggressiven Macho-Fassade ein verletzlicher, von einem Schicksalsschlag gezeichneter Teenager zu verbergen scheint, hat vor allem Helmut bald genug von dem Hausgast. Er glaubt, dass Hanna in dem Jungen einen Ersatz für ihren toten Sohn sucht, und würde das Projekt am liebsten sofort abbrechen.
In dieser schwierigen Situation findet Hanna Ablenkung und Verständnis bei Kais Betreuer, dem Sozialarbeiter Eric. Aber gerade als Helmut während eines Ausflugs mit Hanna versuchen will, gemeinsam die Trauer aufzuarbeiten und ihre Ehe zu retten, kommt es auf der Farm zu einer dramatischen Eskalation.
Die in Südafrika geborene Regisseurin und Drehbuchautorin Stefanie Sycholt hat seit ihrem vielfach preisgekrönten Kinofilm „Malunde“ immer wieder in ihrer Heimat gedreht. Auch in „Weit hinter dem Horizont“ versteht sie es, die atmosphärische Naturidylle des Landes als Hintergrund für eine emotional komplexe Geschichte zu nutzen. Kameramann Lance Gewer zeichnete auch für die Bildgestaltung bei dem Oscar-prämierten, südafrikanischen Gangsterfilm „Tsotsi“ verantwortlich.
| Darsteller |
Rolle |
| Hannes Jaenicke |
Helmut |
| Anneke Kim Sarnau |
Hanna |
| Edin Hasanovic |
Kai |
| Nick Boraine |
Eric |
| Naima Sebe |
Nana |
| Lauren Pienaar |
Mia |
| Keturah Warren-Millbacher |
Klara |
| Thembi Mtshali Jones |
Desi |
| Unathi Dyanti |
Justice |
| Wynand Olivier |
Tommi |
| Zingi Mtuzula |
Winstone |
| Ndoni Khanyile |
Mrs. Florence Mkhize |
| und andere |
|
Nach seinem Erfolg mit „Das weiße Band“ gelang Michael Haneke ein berührendes Meisterwerk über ein Tabuthema. Mit nie gesehener Souveränität greift das Oscar-prämierte Kammerspiel schwierige Themen wie Altern, Verlust an Selbstbestimmung und Sterbehilfe auf. Ohne Sentimentalität und Musikuntermalung beobachtet der Autorenfilmer Szenen des häuslichen Pflegealltags, vermeidet dabei entwürdigenden Voyeurismus. Die über 80 Jahre alten Hauptdarsteller Jean-Louis Trintignant und Emmanuelle Riva geben ihren Rollen eine erschütternde Authentizität. Die Schluss-Szene, in der George und Anne ihre Wohnung „gemeinsam“ verlassen, beeindruckt als poetische Darstellung einer Liebe, die über den Tod hinaus Bestand hat:
Anne und ihr Mann Georges, beide über 80, leben seit Jahrzehnten in einer Pariser Altbauwohnung, die wie sie selbst Patina angesetzt hat. Am Morgen nach einem Konzertbesuch, bei dem die frühere Klavierlehrerin ihrem berühmt gewordenen Schüler Alexandre lauschte, fällt Anne vorübergehend in eine merkwürdige Starre. Nach einem Schlaganfall und einer fehlgeschlagenen Operation ist sie halbseitig gelähmt und sitzt im Rollstuhl. Georges, selbst schon ziemlich gebrechlich, wäscht seiner Frau die Haare, bringt sie zur Toilette und führt auch die Krankengymnastik selbst durch. Ihre Tochter Eva fordert mehr „professionelle Hilfe“, doch George hat Anne fest versprochen, dass er ihr Krankenhaus und Pflegeheim erspart. Nach seiner Rückkehr von einer Beerdigung kauert sie vor einem geöffneten Fenster im Flur – wollte sie sich das Leben nehmen? Eines Morgens ist ihr Bett nass, die Inkontinenz ist Folge eines zweiten Schlaganfalls, der ihr die Sprache geraubt hat. Anne wird störrisch, will nicht mehr gefüttert werden und wiederholt stundenlang nur noch ein einziges Wort: „Hilfe“. Das habe nichts zu bedeuten, meint die Krankenschwester, doch Georges beginnt zu verstehen, dass der Hilferuf seiner Frau sehr wohl eine Bedeutung hat. Sie braucht ihn jetzt dringender als je zuvor.
| Darsteller |
Rolle |
| Jean-Louis Trintignant |
Georges |
| Emmanuelle Riva |
Anne |
| Isabelle Huppert |
Eva |
| Alexandre Tharaud |
Alexandre |
| William Shimell |
Geoff |
| Ramón Agirre |
Der Hausmeister |
| Rita Blanco |
Die Hausmeisterin |
| Carole Franck |
Krankenschwester |
| und andere |
|
Woran denken Eltern zuerst, wenn das Zimmer eines 15-Jährigen am Sonntagmorgen leer ist? Dass er heimlich in die Kirche geht, bringt seine sonst so aufgeschlossene Patchwork-Familie mächtig durcheinander: Was geht im Kopf des Kindes vor? Während sich Ulrike C. Tscharre als entrüstete Mutter die Pfarrerin vorknöpfen möchte, schlägt Ben Braun in der Rolle des lässigen Stiefvaters einen Selbsterfahrungs-Trip in die Ferne vor. Auf unterhaltsame Weise erzählt Regisseur Stefan Krohmer in „Die Konfirmation“ eine ungewöhnliche Coming-of-Age-Geschichte – nämlich die der Eltern: Anders als Gleichaltrige, die ihre Grenzen austesten möchten, sucht der von Tim Litwinschuh gespielte Junge Halt im Glauben. Sein Erwachsenwerden und das Loslassen der Mutter verbindet das Drehbuch der preisgekrönten Autorin Beate Langmaack auf einfühlsame Weise:
Johanna Winkler kann stolz sein, bei der Erziehung ihres Sohnes Ben vieles richtig zu machen. Sie tut sich aber schwer zu akzeptieren, dass der Teenager nun flügge wird und immer mehr mit sich selbst ausmacht. Nur seinen Opa zieht er bei dem Vorhaben ins Vertrauen, für ein Jahr mit einem Stipendium in die USA zu gehen. Das ist nicht das einzige Geheimnis, das Ben vor seiner Mutter hat. Als herauskommt, dass er sich heimlich hat taufen lassen und sich nun auf die Konfirmation vorbereitet, platzt Johanna der Kragen. Auch Stiefvater Felix, der gerne Bens bester Freund wäre, fällt es schwer zu verstehen, warum sich der atheistisch erzogene Junge fürs Christentum begeistert. Sofort würde er ihn auf einen Selbstfindungstrip in die Fremde begleiten – gerne Buddhismus und Nepal. Ben weiß aber genau, was er will, und steht auch im Durcheinander seines pubertären Gefühlslebens zu seinem Glauben. Ganz im Gegensatz zu seinen Eltern: Während Johanna kopflos im Spielcasino versucht, das Geld für eine angemessene Konfirmations-Feier zu gewinnen, verguckt sich Felix in Pfarrerin Tabea. Um das Chaos der Wünsche und Vorstellungen und das Miteinander innerhalb der Patchwork-Familie wieder ins Gleichgewicht zu bekommen, ist jetzt ausgerechnet der Teenager gefragt.
Das Erste zeigt „Die Konfirmation“ als Beitrag zur ARD-Themenwoche „Woran glaubst Du?“.
| Darsteller |
Rolle |
| Ulrike C. Tscharre |
Johanna Winkler |
| Ben Braun |
Felix |
| Tim Litwinschuh |
Ben Winkler |
| Georgette Dee |
Hildegard |
| Christina Große |
Tabea |
| Reiner Schöne |
Axel Winkler |
| Tijan Fischer-Islas |
Frida |
| Toto Knoblauch |
Konstantin |
| Kai Wiesinger |
Simon |
| Henrieke Fritz |
Sophie |
| Silvina Buchbauer |
Merle |
| Dagny Dewath |
Daina |
| Tom Keune |
Herr Pfeiffer |
| Klara Höfels |
Frau von Schlösser |
| und andere |
|