Im Dreh: „Little America“ (AT) – SWR | ARD Degeto | WDR | NDR

v.l.n.r. (hinten): Produzent Michael Smeaton, Elisa Schlott, Regisseur Dror Zahavi, Producerin Greta Gilles und SWR Redakteur Manfred Hattendorf – (vorne): Aljoscha Stadelmann, Winnie Böwe und Paul Sundheim – Foto: FFP New Media | SWR | ARD Degeto | Martin Menke

 

Wie ganze Landstriche von Rheinland-Pfalz zu Klein-Amerika wurden: Die Miniserie „Little America“ (AT) erzählt vom Aufeinanderprallen zweier Kulturen, als die Amerikaner Anfang der 50er Jahre Aufbruch, individuelle Freiheit und Freizügigkeit in den Westen Deutschlands brachten. Die Dreharbeit wurden nach Unterbrechung nun am 14. Juli 2020 wieder aufgenommen. Die FFP New Media produziert in Koproduktion mit dem federführenden SWR, der ARD Degeto, WDR und NDR für Das Erste und die ARD Mediathek.

Regie führt Dror Zahavi, die Drehbücher stammen von Johannes Rotter, Christoph Mathieu und Benjamin Braeunlich. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Freundschaft zweier junger Frauen, gespielt von Elisa Schlott und Franziska Brandmeier, die in einer Gesellschaft im Umbruch ihren Platz suchen. In weiteren Rollen stehen Reomy D. Mpeho, Jonas Nay, Dietmar Bär, Anna Schudt, Winnie Böwe, Aljoscha Stadelmann, Paul Sundheim, Julia Koschitz, Philippe Brenninkmeyer, Samuel Finzi und Godehard Giese vor der Kamera von Gero Steffen.

Bis Mitte Oktober wird die sechsteilige Miniserie in der Eifel, in Köln, im Raum Heidelberg und in Idar-Oberstein gedreht. Die Event-Produktion wurde von der Film- und Medienstiftung NRW und der MFG Baden-Württemberg gefördert.

Kulturschock

Gewaltige Geburtswehen begleiten den Beginn der deutsch-amerikanischen Freund­schaft Anfang der 1950er Jahre. In einem Landstrich im Westen von Rheinland-Pfalz werden von heute auf morgen Hunderttausende GIs stationiert und die Stützpunkte der US-Army massiv ausgebaut. Damit verwandelt sich die beschau­liche, ja weitgehend archaische Provinz über Nacht in ein ‚El Dorado‘ der Dollars und der Unmoral – und zugleich in eine moderne Gesellschaft.

Geschichte einer Freundschaft

Kaltenstein, 1951. Die fiktive pfälzische Kleinstadt befindet sich mitten im Aufbruch zu einer neuen Welt. Vier Schicksale sind es, die auf drama­tische Weise durch die Stationierung der Amerikaner gelenkt werden: Da ist zum einen die Bauerntochter Marie Kastner, die eine Stelle auf der Base annimmt, nachdem die Ameri­kaner ihrer Familie Grund und Boden genommen haben; da ist auf der anderen Seite der schwarze GI George, der in Deutschland zum ersten Mal Freiheit erlebt, innerhalb des Militärs aber weiter mit Rassismus zu kämpfen hat. Da ist außerdem Erika Strumm, die Tochter des Bürgermeisters und Maries beste Freundin, die die Amerikaner – wie ihr profitorientierter Vater – mit offenen Armen empfängt und sich ins Kaltensteiner Nachtleben stürzt. Und da ist schließlich Siegfried, Erikas Bruder und Maries Verlobter, der unverhofft aus der russischen Kriegsgefangenschaft heimkehrt, während seine Schwester im Kloster moralisch gebessert werden soll und seine Jugendliebe Marie Gefühle für George entwickelt.

Zwänge der Zeit und neue Horizonte

In den Wirren der Zeit machen die beiden ungleichen Protagonistinnen eine gegenläufige Entwicklung: Während sich für Marie durch die Liebe zu George und ihren Job bei Colonel McCoy und dessen kultivierter Frau Amy neue Horizonte eröffnen und sie sich von Siegfried und ihrer bäuerlichen Herkunft emanzipiert, wird Erika in ihrem Freiheitsdrang von ihrer katholisch-konservativen Mutter gebremst und droht, an den Zwängen der Zeit zu scheitern. So driften die Freundinnen auseinander, als sie einander am meisten brauchen.

Das Team

Produziert wird „Little America“ (AT) von Simone Höller und Michael Smeaton, Producerinnen sind Greta Gilles und Anemone Müller. Szenenbild Gabriele Wolff, Kostümbild Lucia Faust, Schnitt Fritz Busse, Casting Marc Schötteldreier und Cassandra Han. Die Redaktion haben Claudia Gerlach-Benz und Manfred Hattendorf für den federführenden SWR sowie Carolin Haasis (ARD Degeto), Götz Bolten (WDR) und Sabine Holtgreve (NDR).