Gemeinsam mit den „Matrix“-Machern Andy und Lana Wachowski sprengt Tom Tykwer die Grenzen des Kinos. Der berauschende Bildersturm nach dem gleichnamigen Bestseller von David Mitchell verflicht Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu einem faszinierenden Epos über die unendlichen Möglichkeiten des Schicksals. Gemäß dem verbindenden Motiv der Seelenwanderung verkörpern Tom Hanks, Halle Berry, Jim Broadbent und Ben Whishaw sechs verschiedene Rollen in jeweils anderen Zeitebenen. Dabei verknüpft „Cloud Atlas“ mit spielerischer Leichtigkeit Genres wie Abenteuerfilm, Thriller, Fantasy und Endzeitdrama. Schöpferischer Höhepunkt dieses filmischen Wunderwerks ist jedoch die Science-Fiction-Episode, die Erinnerungen an „Blade Runner“ wach ruft:

Im Jahr 1846 wird der junge Notar Adam Ewing auf einer entlegenen Pazifikinsel mit den Schrecken der Sklaverei konfrontiert. Er vertraut die schockierende Erfahrung seinem Tagebuch an, nicht ahnend, dass seine bewegenden Schilderungen knapp 100 Jahre später den talentierten Komponisten Robert Frobisher zu seinem Opus Magnum inspirieren: Das Cloud Atlas Sextett. In leidenschaftlichen Briefen an seinen Liebhaber Rufus Sixsmith beschreibt er seine künstlerische Vision einer niemals endenden Seelenwanderung. 1973 übergibt Sixsmith, inzwischen ein alter Mann, die Briefe seines Geliebten an die Journalistin Luisa Rey, die über einen Atomskandal recherchiert. Ihr aufgeweckter junger Nachbar schreibt die abenteuerliche Geschichte nieder, doch erst 2012 verarbeitet der Autor Dermot Hoggins sie zu einem Bestseller. Der Erfolg des Buches verwickelt den Verleger Timothy Cavendish in eine teuflische Intrige: Gegen seinen Willen landet er in einem Sanatorium, das sich als heimtückisches Privatgefängnis entpuppt. Ein Video von seiner Flucht ermutigt im Jahr 2144 die geklonte Kellnerin Sonmi-451 zu einer Rebellion gegen das totalitäre Regime der Zukunft. In der postapokalyptischen Welt des Jahres 2346 ist Sonmis Botschaft vom friedlichen Zusammenleben der Menschen zu einer tröstlichen Religion geworden.

Darsteller:in Rolle
Tom Hanks Dermot Hoggins / Zachry…
Halle Berry Jocasta/Luisa Rey/Dr.Ovid…
Jim Broadbent Timothy Cavendish
Hugh Grant Giles Horrox/Lloyd Hooks…
Susan Sarandon Mme. Horrox/Ursula/Abbess…
Ben Whishaw Robert Frobisher/Georgette…
Jim Sturgess Adam Ewing/Chang/Adam…
Keith David Kupaka/Joe Napier/An-Kor-Apis
Hugo Weaving Haskell Moore/Tadeusz…
Robert Fyfe Old Salty Dog/Mr. Meeks…
Doona Bae Tilda/Megans Mutter/Sonmi-451…
Xun Zhou Talbot/Yoona-939/Rose..
James D’Arcy Rufus Sixsmith/Archivist
und andere

 

Mit „Exit Marrakech“ kehrt Caroline Link auf den Kontinent zurück, dem sie ihren größten künstlerischen Erfolg verdankt: den Gewinn des Oscars für „Nirgendwo in Afrika“. Ihr großartig fotografiertes Roadmovie erkundet die fremde Kultur aus der unbedarften Perspektive eines jungen Ausreißers, der seinen Vater erst zur Weißglut bringen muss, um von ihm wahrgenommen zu werden. Als egozentrischer Kultursnob glänzt Ulrich Tukur an der Seite des großartigen jungen Samuel Schneider, der mit dem Berlin-Film „Boxhagener Platz“ bekannt wurde:

Mit einigem Widerwillen fliegt der Internatsschüler Ben nach Marokko, wo er die Sommerferien bei seinem Vater Heinrich verbringen soll. Die Eltern sind seit Längerem geschieden, Vater und Sohn einander fremd geworden. Ben findet keinen Zugang zu dem egozentrischen Erwachsenen, einem namhaften Bühnenregisseur, der in eine aufreibende Theaterinszenierung eingespannt ist und die Freizeit am Pool eines Luxushotels verbringt. Die halbherzigen väterlichen Ratschläge, Ben möge seine Diabetes nicht auf die leichte Schulter nehmen, schlägt der 17-Jährige in den Wind und erkundet das aufregende orientalische Nachtleben auf eigene Faust. Mit der jungen Prostituierten Karima, die er in einem Szenelokal kennenlernt, will Ben nicht schlafen. Er sucht bei ihr jene Nähe, die sein Vater ihm verweigert, und begleitet sie spontan auf ihrer Reise in ihr Heimatdorf. Das spurlose Verschwinden seines Sohnes hat Heinrich gerade noch gefehlt. Zunächst genervt, doch dann zunehmend besorgt, macht er sich auf die Suche nach dem Jungen, den er mit Hilfe eines korrupten Polizisten schließlich ausfindig machen kann. Auf dem Weg zurück quer durch ein Land, in dem beide fremd sind, kommt es zu einem Gespräch, in dem Vater und Sohn zaghaft aufeinander zugehen.

Darsteller  Rolle
Ulrich Tukur Heinrich
Samuel Schneider Ben
Hafsia Herzi Karima
Marie-Lou Sellem Lea
Josef Bierbichler Dr. Breuer
Abdesslam Bouhasni  Ahmed
Mourad Zaoui Abdeslam
Clara-Marie Pazzini Hannah
Götz Schulte Martin „Odoardo“
Tom Radisch Tom
Paul Triller Schoky
Stefanie Höner Chris
 und andere