Was heißt es, „unten“ zu sein? Das fragt die norwegische Dramedy-Serie auf unkonventionelle, unterhaltsame und berührende Weise. Hauptdarstellerin Maria Austgulen beeindruckt als Draufgängerin, die sich nach einem Verkehrsunfall als Querschnittsgelähmte in keine Schablone fügen möchte. Ihre vielschichtige Figur, die zugleich verletzlich und verletzend sein kann, ist das Gravitationszentrum der sechsteiligen Serie. In Rückblenden entfaltet Serienkreatorin und Drehbuchautorin Tina Rygh eine tragische Schuld der Protagonistin. Mit Sensibilität und Humor inszeniert die preisgekrönte Regisseurin Siri Seljeseth eine modern erzählte Dramenhandlung, die mit Erwartungen und Rollenbildern spielt.
Folge 1: Komplett Kaputt
Fanny ist eine lebenshungrige Draufgängerin in ihren Dreißigern. Nach einem Verkehrsunfall sitzt sie im Rollstuhl. Mit ihrer neuen Situation kommt Fanny klar. Das behauptet sie zumindest. Von ihrer eigenen Mutter Mia, einer Psychologin beim Reality-TV, fühlt sich Fanny jedoch wenig gestützt. Weil ihre Wohnung keinen Aufzug hat, zieht die Querschnittsgelähmte bei ihrer Zwillingsschwester Fam ein, obwohl die beiden wenig verbindet.
Folge 2: Foodtruck
Fanny lässt sich auf eine schmerzhafte Begegnung ein: Zusammen mit Jill, der schwangeren Partnerin ihres tödlich verunglückten Freundes Kurt, trifft sie die Verursacherin des Verkehrsunfalls. Beide Frauen möchten jedoch nicht ihren eigenen Schmerz aufarbeiten, sondern selbstlos der Foodtruckerin Maram bei der Aufarbeitung der Schuldgefühle helfen. Als Maram bemerkt, was die anderen vor ihr verheimlichen, eskaliert das Treffen.
Folge 3: Schönen Tag noch
An Fannys Geburtstag fehlt ihr tödlich verunglückter Freund Kurt besonders! Ein zunächst lustiges „Daydrinking“ mit Marianne, einer Bekannten aus Schulzeiten, endet trauriger, als er begonnen hat. Trost sucht Fanny bei ihrer Zwillingsschwester Fam und ihrer Mutter Mia. Jetzt wächst bei ihr auch die Bereitschaft, zusammen mit Kurts Partnerin Jill den Verlust anzunehmen – und endlich aufzuarbeiten.
Folge 4: Probleme
Obwohl die querschnittsgelähmte Fanny lieber alles vergessen würde, lässt sie sich auf den Vorschlag von Jill ein. Beim Trauer-Yoga stellen sich beide Frauen den fatalen Ereignissen der Unglücksnacht. Obwohl die hochschwangere Frau ihres besten Freundes eigentlich wenig zu Fanny passt, wächst die Vertrautheit. Nun möchte Jill ihr ermöglichen, den sexuellen Übergriff anzuzeigen, der die tragischen Ereignisse ausgelöst hat.
Folge 5: Dachs
Fanny lebt immer noch bei ihrer Zwillingsschwester Fam, die sich nach ihrer Trennung von Mann und Kind auf eine Affäre einlässt. Auch Fanny sucht nun Intimität bei einem Date und fährt zu einem Internetbekannten. Als sie sexuelles Selbstbewusstsein an den Tag legt, nimmt das Treffen einen unerwarteten Verlauf. Unterdessen möchte die schwangere Jill nach vorne schauen und lädt Freunde zur „Babyshower“-Party ein.
Folge 6: Arschgeweih
Die lebenshungrige Fanny fühlt sich zu jung, um vorzeitig zu altern, wie andere um sie herum. Ihre Zwillingsschwester Fam, die mit ihrem „langweiligen“ Partner Marius wieder ihr früheres Familienleben führt, lässt Fanny ihre ganze Verachtung spüren. Dass sie alle gegen sich aufbringt, lässt die Querschnittsgelähmte nicht unberührt. Um die eigenen Fehler und Schwächen endlich anzugehen, muss sie sich der Wahrheit über den Unfallabend stellen.