Abgedreht: Bauhaus (AT) – UFA FICTION | MDR | ARD Degeto | SWR

v.l.n.r..: Kameramann Christian Stangassinger, Marie Hacke („Anni“), Regisseur Gregor Schnitzler, Ulrich Brandhoff („Juppi“), Julia Riedler („Dörte“), Alicia von Rittberg („Lotte“) und Noah Saavedra („Paul) – Foto:   MDR | filmcontact | Stanislav Honzik

 

Das Bauhaus zählt zu den bedeutendsten künstlerischen Bewegungen, die aus Deutschland heraus die ganze Welt beeinflusst haben. 1919 in Weimar vom Berliner Architekt Walter Gropius ins Leben gerufen, jährt sich die Gründung der Bauhaus-Bewegung 2019 zum hundertsten Mal. Die Bauhaus-Idee, Kunst, Architektur und Handwerk zu einer idealen Verbindung zu bringen, sollte den Alltag revolutionieren und die Grundlage für eine neue, bessere Welt schaffen. Von Ende April bis Anfang Juni 2018 inszenierte Regisseur Gregor Schnitzler („Die Wolke“, „Tatort“)  dauzu den Fernsehfilm „Bauhaus“ (AT) nach dem Drehbuch von Jan Braren („Homevideo“, „Mitten in Deutschland: NSU“), die Kamera verantwortete Christian Stangassinger.

Im Mittelpunkt steht die junge Kunststudentin Lotte Brendel, gespielt von Alica von Rittberg („Charité“), die den Zuschauer durch die Jahre des Bauhaus in Deutschland führt – von der Zeit kurz nach der Entstehung bis zur drohenden Auflösung durch die Nationalsozialisten. Zum Schauspielensemble gehören Noah Saavedra, Marie Hacke, Ulrich Brandhoff, Julia Riedler, Nina Gummich und Christoph Letkowski. In der Rolle des Bauhaus-Direktors und Meisters Walter Gropius steht Jörg Hartmann vor der Kamera. Gedreht wird bis Anfang Juni in Prag, Weimar und Dessau. Zu den Originalschauplätzen gehören in Weimar das Bauhaus und das Haus am Horn, in Dessau die Meisterhäuser und das Bauhaus.

Zum Inhalt: Weimar, 1921: Das Leben der 20-jährigen Lotte Brendel (Alicia von Rittberg) scheint von ihrem Vater vorgezeichnet – als Ehefrau und Mutter an der Seite eines Mannes, der den elterlichen Tischlerbetrieb übernehmen soll. Gegen den Willen ihrer Familie schließt sich die eigenwillige und künstlerisch begabte Lotte einer Gruppe junger Künstler an, bewirbt sich am Bauhaus – und wird angenommen. Das Weimarer Bauhaus unter der Leitung des visionären Walter Gropius (Jörg Hartmann) möchte nach der rigiden Gesellschaftsordnung des Kaiserreichs eine neue Zeit begründen. Im Bauhaus-Studenten Paul Seligmann (Noah Saavedra) findet Lotte einen Unterstützer und ihre Liebe. In der bunten Gemeinschaft aus Studierenden und Lehrenden aus aller Welt und aus allen Gesellschaftsschichten erhält sie die Chance, als Frau gleichberechtigt ihr Studium zu absolvieren – angeleitet von weltberühmten Künstlern wie Johannes Itten (Christoph Letkowski), Feininger, Kandinsky, Klee und Schlemmer. Doch Lottes Freude wird getrübt durch den Bruch mit ihrer Familie, die ihr jede finanzielle Unterstützung verweigert und ihren Wunsch nach Selbstverwirklichung lange nicht akzeptiert. Derweil gerät das Bauhaus selbst immer mehr unter politischen Druck, denn den immer mächtiger werdenden rechtskonservativen Kräften ist die moderne Hochschule ein Dorn im Auge. Walter Gropius entscheidet, mit dem Bauhaus nach Dessau zu ziehen.

Jana Brandt, MDR-Fernsehfilmchefin: „Mit seinem Manifest macht Walter Gropius Weimar zum Geburtsort einer Utopie, die alle Künste in idealer Weise verbinden und dabei die bestehenden gesellschaftlichen Grenzen von Herkunft und Klassen wie auch der Geschlechter überschreiten wollte. Diesem Ausgangspunkt einer Avantgarde, die aus Mitteldeutschland ihren Weg in die Welt nahm und Generationen nachfolgender Künstler und Kreativen geprägt hat, wollen wir uns erstmals filmisch nähern. Dabei stellen wir die Frauen des Bauhaus in den Fokus, die – wie unsere zentrale Figur Lotte – Vorreiterinnen darin waren, mehr aus sich zu machen, als es ihnen die männerdominierte Umwelt zugestehen wollte. Wir wollen diesem Zeitgeist nachspüren und ihn für ein großes Publikum erlebbar machen, wenn wir Lotte bei ihrem Aufbruch in die neue Welt begleiten, ihre Träume teilen, aber auch Widerstände und Enttäuschungen miterleben.“

Benjamin Benedict und Nico Hofmann, Produzenten UFA FICTION: „Die Bauhaus-Bewegung hatte alles: Energie zum jugendlichen, revolutionären Umbruch und eine enorm starke emanzipatorische Kraft, um die Rolle der Frauen neu zu definieren. Relevanter kann ein großer historischer Stoff nicht sein. In der Geschichte des Bauhaus spiegeln sich nicht nur entscheidende politische Umwälzungen der Weimarer Republik wider, sondern auch die Emanzipationsbestrebungen einer neuen Generation von Frauen, die versuchten, ihr Recht auf künstlerische Selbstverwirklichung zu erstreiten, und damit selbst in einer freiheitlich künstlerischen Bewegung wie dem Bauhaus auf Widerstände stießen. Diese Konstellation bildet die ideale Folie für ein packendes hochemotionales Drama, das mit Alicia von Rittberg als eine der zentralen Figuren nicht besser besetzt sein könnte.“

„Bauhaus“ (AT) ist eine Produktion der UFA FICTION in Koproduktion mit dem MDR, der ARD Degeto und dem SWR für Das Erste, gefördert durch die Mitteldeutsche Medienförderung. Die Redaktion liegt federführend bei Jana Brandt und Sven Döbler (MDR), Redakteurin bei der ARD Degeto ist Claudia Luzius, Redakteur beim SWR ist Michael Schmidl. Produzenten sind Benjamin Benedict und Nico Hofmann, Ausführender Produzent ist Matthias Adler (UFA FICTION). Koproduzent ist Michal Pokorný (MIA Film).