Bayerischer Fernsehpreis 2017: Drei Blaue Panther für ARD-Degeto-Produktionen

Am 19. Mai wurde im Münchener Prinzregententheater der 29. Bayerische Fernsehpreis verliehen. Je ein Blauer Panther ging an Devid Striesow (Bester Darsteller) und Daniela Knapp (Kamerafrau) für den von der ARD Degeto koproduzierten Fernsehfilm „Katharina Luther“. Christian Schwochow wurde für die Regie bei „Die Täter  Heute ist nicht alle Tage“ ausgezeichnet, dem ersten Teil der Trilogie „Mitten in Deutschland: NSU“.

Den Preis für Devid Striesow begründet die Jury u. a.: „Durch seine vielschichtige Darstellung des Luther in dem Film ‚Katharina Luther‘ gelingt es Striesow mit einer Lausbubenhaftigkeit, aber auch mit einer Schüchternheit ein so beeindruckendes, ungewöhnliches Bild des Reformators zu zeichnen, dass man mit ihm gebannt durch die Ereignisse der damaligen Zeit geht.“  Striesow erhält den Preis zugleich für seine Leistung in „Das weiße Kaninchen“. In beiden Filmen beweise er Vielfalt und ein unglaubliches Gefühl für Rollen.

Die Auszeichnung der Kamerafrau Daniela Knapp für ihre Bildgestaltung zu „Katharina Luther“ begründet die Jury: „Daniela Knapp arbeitet elegant mit Licht, ob in Räumen oder in der Natur, ohne jemals die Figuren zu verlieren. Die Grenzen zwischen den Figuren und den Räumen scheinen aufgehoben. Selten konnte man durch Details so viel Hintergrund, durch Nähe so viel Ferne mitbetrachten. Dass die Farben mit der Malerei der Lutherzeit spielen und gleichzeitig einen zeitgemäßen, fast zeitlosen Ansatz bieten, ist die große Kunst dieser wunderbaren Bildgestalterin. Die Bilder des Fernsehfilms ‚Katharina Luther‘ bleiben dank der großartigen Kameraarbeit von Daniela Knapp in Erinnerung“.

„Katharina Luther“ ist eine Koproduktion der EIKON mit Cross Media, Tellux Film und Conradfilm in Koproduktion mit dem MDR, ARD Degeto, BR und SWR. Gefördert wurde die Produktion von der Mitteldeutschen Medienförderung und dem FilmFernsehFonds Bayern. Die Redaktion lag bei Jana Brandt (MDR), Johanna Kraus (MDR), Christine Strobl (ARD Degeto), Claudia Simionescu (BR) und Manfred Hattendorf (SWR).
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Den Blauen Panther für Regisseur Christian Schwochow begründet die Jury wie folgt: „Christian Schwochow hat mit  ‚Die Täter‘ dazu beigetragen, die NSU-Spielfilmtrilogie zu einem herausragenden Opus der Zeitgeschichte werden zu lassen, und damit seine Regiekunst einmal mehr überwältigend unter Beweis gestellt … In Zusammenarbeit der Autoren, Regisseure und Redakteure der NSU-Trilogie ist eines der außergewöhnlichsten Fernsehprojekte der letzten Jahre entstanden. Mit deren erstem Teil ‚Die Täter‘ hat Christian Schwochow einen ganz wesentlichen Beitrag dazu geleistet, die eigentlich unerzählbare und verstörende Geschichte ‚Mitten in Deutschland: NSU‘ zu erzählen und verstehen zu können.“

„Die Täter – Heute ist nicht alle Tage“ ist eine Gabriela Sperl Produktion fur Wiedemann & Berg Television im Auftrag von SWR, ARD Degeto und MDR in Zusammenarbeit mit Beta Film und Telepool. Die Redaktion lag bei Martina Zöllner (SWR), Ulrich Herrmann (SWR), Christine Strobl (ARD Degeto), Jana Brandt (MDR) und Johanna Kraus (MDR).
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Der „Bayerische Fernsehpreis“ wird seit 1989 von der Bayerischen Staatsregierung verliehen. Die „Blauen Panther“ werden in fünf Kategorien vergeben: Informationssendungen, Fernsehfilme, Serien und Reihen, Unterhaltungsprogramme sowie Kultur- und Bildungsangebote. Dazu kommen der Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten sowie der begehrte Nachwuchsförderpreis.

Alle Preisträger sowie die ausführlichen Jurybegründungen finden Sie hier.