Christian Kohlund, Ina Paule Klink, Robert Hunger-Bühler u.a. in:

Der Zürich-Krimi: Borcherts Abrechnung

Reinen Tisch mit seiner Vergangenheit muss Borchert im zweiten Film der Zürich-Krimi-Reihe machen. Dabei zeigt Hauptdarsteller Christian Kohlund mit eindringlichem Spiel nicht nur die raubeinige, sondern auch die verletzliche Seite der Titelfigur. Unbeugsam findet er bei seiner Abrechnung zur Wahrheit zurück – auch wenn diese für ihn zuweilen schmerzhaft und gefährlich ist. Damit stellt Borchert den Idealismus seiner jungen Anwältin auf die Probe. Die von Ina Paule Klink verkörperte junge Juristin bildet das Gegengewicht zu dem welterfahrenen Haudegen. Unter der Regie von Carlo Rola zeigt der spannende Krimi, wie es hinter der schillernden Fassade der Finanz- und Geschäftswelt zugehen kann und wie schnell hohe Summen dazu verführen, jegliche Moral über Bord zu werfen:

Thomas Borchert hat reichlich Nehmerqualitäten bewiesen, jetzt aber kommt es knüppeldick: Im FonSonic-Skandal geht es nicht mehr nur um Korruption, sondern auch um Unterschlagung. Vom Firmenkonto für „Kundenaquise“ sind Millionenbeträge abgezweigt worden – entweder von ihm oder von seinen beiden Kollegen Enrico Strasser und Frederic Kuhn. Der eine ist inzwischen untergetaucht, der andere hat Selbstmord begangen. Borcherts ehemaliger Chef Zeidler möchte das nutzen, um die gesamte Schuld auf ihn abzuladen. Wenn Borchert mitspielt, gibt es einen Deal mit der Staatsanwaltschaft. Für die Bedenkzeit wieder auf freiem Fuß, muss sich der Anwalt erst einmal einen Rechtsbeistand suchen. Sein alter Freund, der Staranwalt Reto Zanger, scheint eher für die Gegenseite zu arbeiten, und dessen Tochter, die idealistische junge Anwältin Dominique Kuster, lehnt das Mandat wegen Borcherts Verwicklung in die schmutzigen Geschäfte seiner ehemaligen Firma ab. Sie lässt sich aber überreden, bei der Wiederbeschaffung gestohlener Unterlagen, die Borcherts Entlastung dienen könnten, zu helfen. Borchert vermutet, dass der untergetauchte Strasser bei ihm eingebrochen ist, um genau dies zu verhindern. Von anderer Seite wird kurz darauf gezielt kompromittierendes Material in Umlauf gebracht: Die Zeitung des investigativen Journalisten Max Friedländer veröffentlicht auf Druck der Chefredakteurin ihnen zugespielte Fotos von Sexpartys, die Borchert, Strasser und Kuhn in Brasilien nach erfolgreichen „Geschäftsabschlüssen“ gegeben haben. Diese widern nicht nur Frederics trauernde Ehefrau Isabell an, sondern auch Anwältin Dominique und Polizeihauptmann Furrer. Dass sein Ruf ruiniert ist und er zu seinen Fehlern stehen muss, hat Borchert längst akzeptiert. Und auch, dass er auf vermeintlich alte Freunde wie Matthias Duplessis nicht zählen kann. Doch die Wahrheit will er auf jeden Fall aufdecken – koste es, was es wolle.

Darsteller  Rolle
Christian Kohlund Thomas Borchert
Ina Paule Klink Dominique Kuster
Robert Hunger-Bühler Dr. Reto Zanger
Janek Rieke Frederic Kuhn
Felix Kramer Hauptmann Furrer
Dominik Weber Max Friedländer
Markus Boysen Horst Zeidler
Richard van Weyden Matthias Duplessis
Maria Boettner Isabell Kuhn
Kai Scheve Enrico Strasser
Regula Grauwiller Vera Laurent
Anita Vulesica Regula Gabrielli
Iván Gallardo Juan Pablo
Mariana Wesley Maria
und andere

 

Deutschland 2016

Regie: Carlo Rola
Redaktion: Mona Goos, Diane Wurzschmitt
Drehbuch: Wolf Jakoby
Kamera: Nicolay Gutscher
Musik: Michael Klaukien, Andreas Lonardoni
Produktion: Graf Film

Laufzeit: 88 Minuten

  • Donnerstag, 17. August 201720:15 Uhr im Ersten