Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Lisa Maria Potthoff u.a. in:

Dampfnudelblues. Ein Eberhoferkrimi

Hart, aber herzlich und stets humorvoll, das ist der Ton der Verfilmung des gleichnamigen Bestsellerromans von Rita Falk. Mit bayerisch frotzelnder Lakonie und kauzig-gemütlich ermittelt Franz Eberhofer – der in Sebastian Bezzel seine Idealbesetzung gefunden hat –  in seinem Heimatort, einem bayerischen Provinznest,  in das sich bislang kein größeres Verbrechen verirrt hat. Ihm zur Seite steht ein bis in jede Nebenrolle handverlesenes Ensemble: Simon Schwarz, Lisa Maria Potthoff,  Ilse Neubauer, Eisi Gulp, Nina Proll, Ernst Hannawald, Nadeshda Brennicke, Sigi Zimmerschied u.v.a.

Nachdem Franz Eberhofer seinen Dienst bei der Münchner Kripo quittieren musste und in sein niederbayerisches Heimatdorf Niederkaltenkirchen bei Landshut strafversetzt wurde, schiebt er eine ruhige Kugel. Seine Streifengänge führen ihn oft zum Stammtisch beim Wolfi auf ein Bier zusammen mit seinen Kumpels, dem Metzger Simmerl und dem Heizungspfuscher Flötzinger. Oder an den Esstisch seiner schwerhörigen Großmutter, die für Franz das beste Essen in Niederbayern kocht und den Mehrgenerationenmännerhaushalt, bestehend aus Franz und seinem Beatles-fanatischen Vater, fest im Griff hat, seit  Franz‘ Mutter vor Jahren abgehauen ist. Leider ist auch sein Bruder Leopold mit seiner thailändischen Frau und Baby Uschi für Franz‘ Geschmack viel zu häufig zu Gast, aber ansonsten ist er mit seiner Welt weitgehend im Einklang, es sei denn, seine Dauerfreundin Susi wird unbequem und drängt auf einen Antrag von ihm oder sucht sich gleich einen Neuen. Doch normalerweise stört außer den Beatles und der Sippschaft seines ungeliebten Bruders nichts Franz‘ Ruhe. Das Leben im heimeligen Niederkaltenkirchen ist beschaulich – bis sich die Ereignisse überschlagen: An der Hauswand des Schuldirektors Höpfl steht plötzlich „Stirb Du Sau!“ und kurz darauf liegt der Rektor tot auf den Bahngleisen!
Selbstmord? Mord? Dass der Rektor einer der unbeliebtesten Menschen in Niederkaltenkirchen und im ganzen Umkreis war, ist schnell ermittelt. Nicht nur Höpfls Schwester mied den Kontakt zu ihm, auch die gesamte Schülerschaft war ihm feindlich gesinnt. Das macht es natürlich nicht leichter, denn dadurch ist die Liste der Verdächtigen erst einmal ziemlich lang.
Während die Kripo und Franz‘ Dienststellenleiter Moratschek aufgrund zahlreicher Indizien recht bald von Selbstmord Höpfls ausgehen, glaubt Franz, der plötzlich merkt, dass mehr Ermittlerleidenschaft in ihm schlummert,  als in seinem Job in Niederkaltenkirchen üblicherweise gefordert ist, an Mord.
Und genauso denkt auch Franz‘ früherer Kripokollege aus München, mit dem er einst ein Ermittlerteam bildete: Rudi Birkenberger, der sein Dasein mittlerweile aber als Kaufhausdetektiv fristet, nachdem er damals gemeinsam mit Franz vom Dienst bei der Kripo suspendiert worden war, weil er im Affekt auf einen Kinderschänder geschossen hatte. Anders als bei Franz ist Rudis Suspendierung jedoch dauerhaft.
Rudi ist mehr als froh, als Franz sich bei ihm meldet und ihn in seine nicht ganz amtlichen Ermittlungen einbezieht. Dass Franz dabei seine eigentlichen Aufgaben vernachlässigt, nämlich sich um Veranstaltungsschutz und Verkehrssünder zu kümmern oder nervige Nachbarschaftsstreitereien zu schlichten, bleibt seinem Chef Moratschek nicht lange verborgen. Doch dann taucht eine zweite Leiche auf, der junge Junkie Marcel. Die Eltern des Toten kennt Franz von früher: Bruno war vor fast 20 Jahren spurlos aus Niederkaltenkirchen abgehauen, als seine Freundin Angie schwanger war, und ist vor Kurzem überraschend wieder zurückgekehrt. Der Fall wird noch komplizierter, als sich herausstellt, dass Marcel anscheinend mit Höpfl in Verbindung gestanden hat.

Den nächsten Eberhoferkrimi gibts am 26 Juli als Beitrag zum SommerKino im Ersten: „Schweinskopf al dente“.

Darsteller Rolle
Sebastian Bezzel Franz Eberhofer
Simon Schwarz Rudi Birkenberger
Ilse Neubauer Oma
Eisi Gulp Vater
Lisa Maria Potthoff Susi
Gerhard Wittmann Leopold
Chi Le Panida
Stephan Zinner Simmerl
Ferdinand Hofer Max Simmerl
Daniel Christensen Flötzinger
Max Schmidt Wolfi
Sigi Zimmerschied Moratschek
Thomas Kügel Bürgermeister
Robert Palfrader Höpfl
Nina Proll Sophie Höpfl
Ernst Hannawald Bruno
Nadeshda Brennicke Angie
Castro Dokyi Affum Buengo
Frederic Linkemann Kurt
Maria Hofstätter Frau Beischl
und andere

 

Deutschland 2013

Regie: Ed Herzog
Redaktion: Stephanie Heckner (BR), Katja Kirchen (ARD Degeto)
Drehbuch: Christian Zübert - nach dem Roman von Rita Falk
Kamera: Sebastian Edschmid
Musik: Martin Probst
Produktion: Constantin Television

Laufzeit: 87 Minuten

  • Sonntag, 25. Juni 201721:45 Uhr im Ersten
  • « Der Kölner Eddy Herzog weiß, was einen Krimi über Bayern tatsächlich lustig macht: die Nüchternheit der Figuren, die Intimität des Dialekts und diverse Schlenker ins Buddy-Movie-Genre.- SZ.de»